Es ist wieder soweit. Seit Dienstag hat der Weihnachtsmarkt geöffnet. In Scharen strömen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf den Marktplatz, genießen die wohlige Atmosphäre inmitten der vielen schön geschmückten Buden. Der Glühwein läuft, das Leberbrötchen schmeckt und ganz am Rande, kurz vor der Marktkirche sitz der Weihnachtsmann. Dicht neben der Krippe wartet er auf die Kinder die ihm leise ihre Wünsche ins Ohr flüstern.

Auch Stadträte habe viele Wünsche und je näher der Tag der Abschlusssitzung zum Haushalt rückt desto mehr und desto größer werden die Wünsche. Wir alle dürfen gespannt sein wie diese dann finanziell gedeckt werden.

Wenn wir schon bei Wünschen sind
Der gestrige Stadtrat war gespickt davon.
“Ohne Konzept kein Geld” leuchtete da auf der Beamer – Präsentation im Bericht des OB’s auf. Der Wunsch nach Konzepten ist wirklich groß – auf beiden Seiten.

Die Sitzung an sich fand ich gut. Viele richtige Entscheidungen wurden getroffen.

Der Verzicht auf eine weitere Halle für den Eissport und dem damit verbundenen Bau einer Sporthalle im Zentrum der Stadt eröffnet Perspektiven an einem Standort mit Bedarf. Die Planung, am Holzplatz ein Planetarium zu etablieren, wurde beschlossen und damit das seit langem brach liegende Areal einer Entwicklung zugeführt die zukunftsfähig ist. Wehrmutstropfen dabei ist und bleibt der Abriss des alten Planetariums auf der Peißnitz. Leider fand unser Antrag, nach einem Nutzungskonzept für das Gebäude zu suchen, keine Mehrheit. Schade. In dem Jahr, in dem wir 50 Jahre Halle-Neustadt feiern und “Schalen-Müller” mit einer Ausstellung und einem Exponat seiner HP Schalen auf dem Marktplatz ehren, wird der Abriss einer seiner bedeutendsten Bauten in Halle beschlossen. Für die Kulturhauptstadt Sachsen-Anhalts ein Armutszeugnis.
Auch der Deichverlauf wurde nochmals diskutiert und ich meine, dass es ein gute Entscheidung war, trotz erfolgter Genehmigung und nach der Aufgabe der Schutzziele Festplatz und Eissporthalle, den geradlinigen Verlauf zu präferieren.

Wie bei allem, so gibt es bei den vielen guten Entscheidungen auch immer ein aber. Fast alle unsere Entscheidungen wurden auf der Grundlage unzureichender Unterlagen getroffen. Unter Druck (damit die Fördermittelanträge noch bis 31.12.2014 gestellt werden können) treffen wir Entscheidungen über Projekte die nicht ausgereift sind und für die es noch keine Betreiberkonzepte gibt. Unter Druck stellen wir in manchen Bereichen die Weichen für die Stadt ohne zu wissen welche finanziellen Folgen das haben wird.
Was ist aber die Alternative ?

Stillstand, Rückschritt, Gesundschrumpfung ?

Ich denke die gestrigen Diskussionen haben gezeigt, dass wir nicht leichtfertig mit den Entscheidungen umgehen und das wir uns umfassend Gedanken dazu machen wie wir gemeinsam die Stadt Halle nach vorne bringen können. Änderungsanträge zu den Beschlüssen beinhalten wichtige Zusätze und Einschränkungen, sodass zunächst einmal Entwicklungen in Gang gesetzt werden können ohne bereits Tatsachen zu schaffen.

Am Ende ein guter Tag und wenn ich mir was wünschen darf, dann ……..
ach ne heut behalt ich’s mal für mich.

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