Mit einer Führung durch den neuen Unverpackt-Laden in Magdeburg-Stadtfeld begann auf Einladung des umweltpolitischen Sprechers der grünen Landtagsfraktion, Wolfgang Aldag, ein Fraktionsabend zum Thema Müllvermeidung. Anschließend wurde mit den zahlreichen Interessierten über die Herausforderungen zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum, Verpackungswahnsinn und vielen Tonnen ungenutzter Lebensmittel im Einzelhandel, in der Gastronomie und dem eigenen Haushalt. Am Ende waren sich alle TeilnehmerInnen einig: Wenn man das Klima und die Umwelt richtig schützen will, muss die Verschwendung von kostbaren Lebensmitteln und Ressourcen eingedämmt werden.

Nackte Zahlen und Praxisbeispiele aus dem Bereich des nachhaltigen Konsums standen bei der nach der Führung anschließenden Diskussion im Mittelpunkt. Zunächst stellte Frau Eva Merkel, Abteilungsleiterin Abfallwirtschaft im Landesumweltamt, die Zahlen zum Pro-Kopf-Müllaufkommen in Sachsen-Anhalt vor und beschrieb regionale Unterschiede mit Blick auf die vorherrschende Entsorgungspraxis. Sehr greifbar wurde es bei der Entsorgung von Lebensmitteln pro Kopf. "Da wirft jeder/jede nahezu 200 bis 250 Euro im Jahr in den Müll", konstatierte Merkel.

Mit Ralf Weigt von der Initiative "Lebensmittel retten" kam dann ein Projekt in den Fokus, welches mit einem ausgefeilten Netzwerk aus Abholstationen, Transportketten und Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr rund 40 Tonnen Lebensmittel vor dem Mülleimer bewahrt hat und ganz nebenbei auch an einer Bewusstseinsveränderung im Umgang mit Lebensmitteln in Magdeburg mitgearbeitet hat. Anschließend kamen die TeilnehmerInnen noch in einer vielfältigen Diskussion auf die Themenfelder Müllindustrie, Mindesthaltbarkeitsdatum, Gastronmie und das langsame Verschwinden der Plastiktüten aus dem Einzelhandel. Letzteres wurde als kleiner positiver Schritt eingeordnet.

Wolfgang Aldag resumiert: "Zweifellos stehen wir beim Verpackungswahnsinn und angesichts fortlaufender Lebensmittelverschwendung vor großen Herausforderungen. Wir müssen Menschen und Wirtschaft noch stärker dafür sensibilisieren, dass Produktion, Transport und Verpackung von Lebensmitteln eine Belastung für unsere Umwelt darstellen. Daher ist die Frage angebracht: Muss die Gurke wirklich nochmal eingeschweisst werden oder jedes einzelne Bonbon umwickelt werden? Oder warum kaufen wir Großpackungen im Supermarkt und werfen dann die Hälfte weg? Solche Fragen stellen die tollen Initiativen aus Magdebur und bieten dabei Alternativen im Konsum und Verbrauch an. Die Politik muss dies unterstützen und zu mehr Nachhaltigkeit anmahnen.

 

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